
Am 17. April 2026 wurde die mobile Sensorplattform PIXKIT 3.0 an die AIDA-Halle in Reutlingen geliefert. Die Plattform wird als zentrales Element des KI-Dateninkubators dienen und eine hochpräzise, wiederholbare Trajektoriensteuerung zur Erzeugung relevanter KI-Daten unter kontrollierten Bedingungen ermöglichen.
Die mobile, interaktive Trägerplattform für Sensordaten

Der PIXKIT 3.0 ist ein vollelektrisches Forschungsfahrzeug mit einem Drive-by-Wire-Fahrgestell. Die Lenkung und die Bremsen werden vollständig softwaregesteuert, einschließlich der Allradlenkung. Zudem unterstützt das Fahrzeug die Open-Source-Frameworks Autoware und ROS2. Die Plattform misst 2.520 × 1.680 × 1.815 mm, wiegt 600 kg (Leergewicht) und bietet eine Nutzlast von 366 kg. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 40 km/h, die Reichweite bis zu 130 km (unbeladen).
Die Sensorausstattung umfasst drei Ouster-LiDAR-Sensoren mit jeweils 32 Kanälen, eine front-facing RGB Kamera, ein GNSS/IMU-Navigationssystem (RTK-fähig), einen Ultraschallsensor mit acht Sonden sowie einen Industriecomputer mit RTX 3060. Zur Erweiterung der 360°-Abdeckung und zur Erhöhung der Punktwolkendichte für das Tracking-Setup wurden zusätzliche LiDAR-Sensoren integriert. Außerdem wurde ein zusätzlicher Beifahrersitz für eine Testperson oder einen Sicherheitsfahrer eingebaut. Dank des modularen Designs und der offenen Schnittstellen lässt sich das Fahrzeug einfach mit weiteren Sensoren ausstatten.
Installation und Inbetriebnahme in der AIDA-Halle

Nach der Montage wurde das Fahrzeug im Motion-Capture-Bereich der AIDA-Halle positioniert und mit Markern für das Motion Tracking ausgestattet.
Die Inbetriebnahme umfasste sämtliche Drive-by-Wire-Systeme (Lenkung, Bremsen und Antrieb), die Sicherheitsfunktionen (ferngesteuerter Not-Aus und Kollisionsbügel), die CAN-Bus- und ROS2-Kommunikation sowie die Sensordaten. Erste Testfahrten in der AIDA-Halle bestätigten die Funktionsfähigkeit der Allradlenkung.
Integration in das AIDA-Ökosystem

Der PIXKIT 3.0 dient als LiDAR-basiertes Trackingsystem und ermöglicht eine infrastrukturunabhängige Lokalisierung, die auch bei Verdeckungen oder in Ausfallbereichen des Motion-Capture-Systems zuverlässig funktioniert. Die LiDAR-Lokalisierung wird mit dem hallenweiten MoCap-System fusioniert, um Kontinuität, gegenseitige Validierung und eine nachvollziehbare Ground Truth sicherzustellen. Dies ermöglicht sichere, wiederholbare Regelkreise für die Trajektorienregelung sowie hochpräzise Simulation-in-the-Loop-Vergleiche.
Die Integration der Plattform stellt einen bedeutenden Meilenstein des AIDA-Projekts dar und schafft die Grundlage für kommende Experimente zur interaktiven und sicheren Fußgängererkennung sowie zur Erzeugung hochwertiger KI-Datensätze – einschließlich seltener Grenzfälle (Edge Cases), die für die Validierung autonomer Fahrsysteme unverzichtbar sind.
